Der Rückweg aus dem Datenmodell – reloaded

    Manchmal kann es sinnvoll sein Daten aus dem Datenmodell wieder zu exportieren. Dieser Artikel ist ein Update eines früheren Beitrags.

    Kurzfassung

    Excel kennt Tabellen. Meines Wissens kennt Excel diese schon seit der Version 2007. Wenn Daten importiert wurden, merkt sich die Tabelle die Datenquelle. Als Datenquelle verwenden wir in diesem Beispiel keine externe Datei oder ähnliches, sonder wir wollen das Datenmodell selbst als Quelle haben. Man spricht hier von Reverse Linked Tables.

    Manuelle Tabellen anlegen

    Fügt man eine Tabelle manuell ein, hat diese keine Datenquelle. Und leider kann man das einer solchen Tabelle auch nicht beibringen. Daher verwenden wir einen Trick: Als erstes lege ich eine Tabelle an und benenne sie um (damit ich sie leicht wiederfinde). Die Tabelle ist leer. Dann gehe ich in das Menü unter DatenVorhandenen Verbindungen und finde dort meine Tabelle wieder (daher benenne ich sie um, damit ich sie hier leicht wiederfinde). Ich klicke auf meine gerade erstellte Tabelle und lege dadurch eine neue Tabelle an, die als Datenquelle die erste Tabelle hat. Damit habe ich eine Tabelle mit Datenquelle angelegt.

    Bei dieser zweiten Tabelle kann ich die Datenquelle manipulieren. Über das Kontextmenü kann ich im Menüeintrag DAX eine Tabelle im Datenmodell wählen oder einen komplexen DAX-Ausdruck hinterlegen. Anschließend lösche ich die Verknüpfung im Datenmodell (die erste Tabelle wird automatisch dem Datenmodell hinzugefügt) und dann die erste Tabelle im Arbeitsblatt. Die brauchen wir nicht mehr.

    Video

    Damit das abstrakt erläuterte Vorgehen etwas einfacher wird, hier ein Video mit den einzelnen Schritten.

    Video: Daten aus dem Datenmodell exportieren

    Warum so kompliziert?

    In dem früheren Beitrag haben wir den Weg etwas anders beschrieben. Dort hat man auf die Power Query Abfrage zugegriffen und sich daraus eine Tabelle erstellen lassen. Gerade bei großen Tabellen ist das ungeschickt. Man erhält ja sofort alle Inhalte in der Arbeitsmappe. Schöner wäre, hätte man eine leere Tabelle von der aus man die DAX Abfrage erstelle kann.

    Der zweite unschöne Aspekt: Wenn du die Daten via Power Query geladen hast, kannst du die Daten direkt via Laden In oder über den Dialog Vorhandene Verbindungen auch in Excel laden. Gehst du über „Vorhandene Verbindungen“ macht Excel nichts anderes, als in der Power Query Abfrage die Laden in Option zusätzlich auf Tabelle zu stellen. Änderst du jetzt den DAX-Befehl, zeigt deine Tabelle völlig andere Daten an. Die Tabelle bleibt aber mit der Abfrage verbunden. Wenn du Laden in der Abfrage dann wieder auf „nur Verbindung“ erstellen setzt, wird die Tabelle gelöscht. Obwohl Abfrage und Tabelle eigentlich nichts mehr miteinander zu tun haben.

    Mit dem hier dargestellen Weg hast du eine  leere Tabelle mit Verbindung zum Datenmodell, die völlig unabhängig von den Abfragen ist.

    Wozu: Szenario 1

    Ein Kunde nutzt das Datenmodell für effiziente Berechnungen. Dazu werden die Daten aus einem ERP System in das Datenmodell geladen. Anschließend machen wir im Datenmodell via DAX einige Berechnungen. Am Schluss exportieren wir über den gezeigten Weg die Daten in das Arbeitsblatt. Von dort speichern wir die Daten im CSV Format, um die Daten anschließend wieder in das ERP System importieren zu können.

    Wozu: Szenario 2

    Tatsächlich kommt es häufiger vor, dass Kunden AddIns in Excel nutzen, die auf Daten im Arbeitsblatt zugreifen. Diese AddIns können nicht i das Datenmodell greifen. Beispielsweise spezielle Diagramme oder in einem Fall bei einem Kunden ein AddIn für eine spezielle statistische Analyse.

    Bei diesem Kunden ist eine Schleife implementiert: Die Daten werden in DAX aufbereitet und über den gezeigten Weg ins Datemodell exportiert. Das AddIn kann die auf die Daten in der Tabelle im Arbeitsblatt zugreifen und führt Berechnungen durch. Die Tabelle wird anschließend via Power Query erneut in das Datenmodell als neue Tabelle importiert. Das nennt man dann Linkedback Table.

    Hört sich abenteuerlich an? Ja, funktioniert aber 😉

    Kategorien: Artikel, Grundlagen, Killer Entries, Power Pivot, Power Query, Tipps
    Holger Gubbels

    Holger Gubbels ist Spezialist für alles, was mit Business Intelligence zu tun hat. Der Diplom-Informatiker strukturiert und löst als Data Scientist und Berater der mogular GmbH tagtäglich komplexe Problemstellungen rund um die Datenanalyse. Als Dozent der Hochschule für Technik Stuttgart ist er ein ausgewiesener Experte seines Fachs und gewohnt, Inhalte einfach zu erläutern. Genau das macht er auch hier in seinen Beiträgen für das PowerPivotInsights Blog. Zusätzlich ist er Autor für die Computerwoche und den Springer-Verlag. Sie erreichen ihn unter hg@mogular.com

    Antwort schreiben

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.